{"id":104,"date":"2015-11-27T13:23:45","date_gmt":"2015-11-27T12:23:45","guid":{"rendered":"http:\/\/raschmidl.de\/?page_id=104"},"modified":"2020-04-05T14:15:17","modified_gmt":"2020-04-05T12:15:17","slug":"grundlegendes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/raschmidl.de\/index.php\/grundlegendes\/","title":{"rendered":"Grundlegendes zum Fahrerlaubnisrecht"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><u><b>A. Erteilung der Fahrerlaubnis<\/b><\/u><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>1. Gesetzliche Ausgangslage<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wer ein Kraftfahrzeug auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen f\u00fchrt braucht eine Fahrerlaubnis der zust\u00e4ndigen Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde. Diese ist durch eine amtliche Bescheinigung, dem F\u00fchrerschein, nachzuweisen (vgl. \u00a7 2 Abs. 1 StVG). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Voraussetzung f\u00fcr die Erteilung der Fahrerlaubnis ist, dass auch eine Fahreignung besteht. Insoweit ist Geeignet zum F\u00fchren von Kraftfahrzeugen, wer die notwendigen k\u00f6rperlichen und geistigen Anforderungen erf\u00fcllt und nicht erheblich oder nicht wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder gegen Strafgesetze versto\u00dfen hat (\u00a7 2 Abs. 4 StVG).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dies hat die Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde zu ermitteln. Hierf\u00fcr kann Sie insbesondere eine Auskunft aus dem Fahreignungsregister einholen oder die Vorlage eines F\u00fchrungszeugnis verlangen (\u00a7 2 Abs. 7 StVG). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sollten im Hinblick auf die Fahreignung Bedenken bestehen, kann die Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde die Beibringung eines Gutachtens oder eines fach- amts\u00e4rztlichen Zeugnisses verlangen (\u00a7 2 Abs. 8 StVG). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>2. Beh\u00f6rdlichen Bedenken der Fahreignung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Vorschrift des \u00a7 2 Abs. 8 StVG spricht davon, dass der F\u00fchrerscheinbeh\u00f6rde Tatsachen bekannt werden m\u00fcssen, die Bedenken gegen die Fahreignung begr\u00fcnden. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Anforderungen hieran werden in der beh\u00f6rdlichen Praxis nicht sonderlich hoch angesetzt. So reicht manchen Beh\u00f6rdenmotarbeiter bereits ein anonymer Anruf des \u201efreundlichen\u201c Nachbarn, um derartige Bedenken zu entwickeln. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Klassiker heutzutage ist jedoch die \u201eQuermitteilung\u201c von Polizeibeamten. Immer h\u00e4ufiger teilen die Mitarbeiter der Polizei der F\u00fchrerscheinstelle mit, wenn sie jemanden angetrunken oder betrunken angetroffen haben, auch wenn es gar keinen Zusammenhang mit dem Stra\u00dfenverkehr gibt. Die gesetzliche Grundlage hierf\u00fcr stellt \u00a7 2 Abs. 12 Satz 1 StVG dar. Danach kann die Polizei Informationen \u00fcber Eignungsbedenken den Fahrerlaubnisbeh\u00f6rden mitteilen. Aus \u00a7 45 MIStra bestehen dar\u00fcber hinaus auch Mitteilungspflichten bzw. Mitteilungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Staatsanwaltschaften und f\u00fcr die Gerichte Hier sind Einflussm\u00f6glichkeiten gegen eine Informations\u00fcbermittlung, etwa \u00fcber \u00a7 45 Abs. 2 Satz 2 MIStra m\u00f6glich, wenngleich diese eher als begrenzt zu bezeichnen sind. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>3. Ungeeignetheit bei der Beantragung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Steht aus Sicht der Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde bereits nach Aktenlage fest, dass eine Ungeeignetheit zum F\u00fchren von Kraftfahrzeugen vorliegt, kann die Erteilung der Fahrerlaubnis einfach versagt werden, ohne der Aufforderung ein Gutachten beizubringen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><u><b>B. Entziehung der Fahrerlaubnis<\/b><\/u><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>1. Ausgangslage: <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>a. Strafrechtlicher Entzug der Fahrerlaubnis<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach \u00a7 69 Abs. 1 StGB hat das Strafgericht die Fahrerlaubnis zu entziehen, wenn jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er im Zusammenhang mit dem F\u00fchren von Kraftfahrzeugen begangen hat, verurteilt wird. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In \u00a7 69 Abs. 2 StGB sind hierf\u00fcr insbesondere folgende Regelbeispiele genannt: <\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gef\u00e4hrdung des Stra\u00dfenverkehrs (\u00a7 315 c StGB) <\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Trunkenheit im Verkehr (\u00a7 316 StGB)<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Unfallflucht (\u00a7 142 StGB) <\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend ein Versto\u00df gegen die ersten beiden Regelbeispiele ann\u00e4hernd durchgehend den Entzug der Fahrerlaubnis auch tats\u00e4chlich zur Folge hat, wird die Entziehung bei der Unfallflucht von den Unfallfolgen abh\u00e4ngig gemacht. Eine Entziehung wird jedoch regelm\u00e4\u00dfig angeordnet, wenn Personen erheblich Verletzung wurden, oder ein Sachschaden von bedeutenden Wert entstanden ist. Wann ein bedeutender Sachschaden vorliegt, ist jedoch nicht gesetzlich definiert. Manche Gerichte sehen den bedeutenden Sachschaden bereits bei unter 1.000 \u20ac gegeben, andere wiederrum nehmen 1.800 \u20ac oder auch 2.000 \u20ac als Mindestgrundlage an. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn ein Gericht den Wert zu niedrig ansetzt, wird die Besch\u00e4digung jeder Leitplanke, jeder Sto\u00dfstange und jedes gr\u00f6\u00dferen Baum bereits einen Sachschaden von bedeutendem Wert darstellen, mit der Folge des Entzuges der Fahrerlaubnis. Dies war jedoch vom Gesetzgeber sicherlich nicht gewollt, da er andernfalls eine derartige Differenzierung nicht in den \u00a7 69 StGB h\u00e4tte aufnehmen brauchen. Zudem d\u00fcrfte es auch einen Unterschied zwischen dem Sachschaden im Sinne von \u00a7 69 StGB und dem Wiederherstellungsaufwand der in den Gutachten ausgewiesen wird, geben. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wird die Fahrerlaubnis entzogen, verh\u00e4ngt das Strafgericht nach \u00a7 69 a StGB auch gleichzeitig die Sperrfrist f\u00fcr die Erteilung einer Fahrerlaubnis. Hier k\u00f6nnen \u2013 etwa f\u00fcr landwirtschaftliche Maschinen \u2013 auch Ausnahmen gemacht werden. Daf\u00fcr ist in der Regel jedoch ein substantiierter Vortrag bei Gericht erforderlich. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In der Praxis problematisch ist, dass die Mindestsperrfrist nach \u00a7 69a Abs. 1 StGB 6 Monate betr\u00e4gt und im Rahmen der meist begleitenden vorl\u00e4ufigen Entziehung der Fahrerlaubnis zumindest noch drei Monate Sperrfrist im Verhandlungstermin ausgesprochen werden m\u00fcssen (\u00a7 69a Abs. 4 StGB). Dies hat h\u00e4ufig zur Folge, dass die Einlegung von Rechtsmittel verhindert wird. In zeitlicher Hinsicht ist mit der Durchf\u00fchrung des Berufungsverfahrens (je nach Gericht unterschiedlich) mit gesch\u00e4tzt durchschnittlich 6 Monaten Verfahrensdauer zu rechnen. Im Falle der Aufrechterhaltung einer Sperrfrist ist diese dann zumindest f\u00fcr weitere drei Monate auszusprechen. Damit liegt die Sperrfrist h\u00e4ufig bereits \u00fcber dem Ma\u00df der ersten Instanz. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In solchen F\u00e4llen kann es oftmals sinnvoll sein, keine Berufung einzulegen und das Urteil lieber gleich rechtskr\u00e4ftig werden zu lassen. Zudem steht der Weg zur Sperrfristverk\u00fcrzung nach \u00a7 69a Abs. 7 StGB offen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>b. Verwaltungsrechtlicher Entzug <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Erweist sich jemand als ungeeignet oder nicht bef\u00e4higt zum F\u00fchren von Kraftfahrzeugen, so hat auch die Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde die Fahrerlaubnis zu entziehen (\u00a7 3 Abs. 1 Satz1 StVG).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">F\u00fcr die Ungeeignetheit reicht es bereits aus, wenn etwa mehrfach gegen stra\u00dfenverkehrsrechtliche Vorschriften versto\u00dfen wurde, die in der Zusammenschau den Schluss der charakterlichen Ungeeignetheit zulassen. Es muss von daher nicht notwendigerweise die Schwelle der 8 Punkte nach \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 3 StVG erreicht oder \u00fcberschritten werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sind die 8 Punkte jedoch erreicht, ist die Fahrerlaubnis schon wegen \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 3 StVG zu entziehen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf die Nichteignung darf die Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde auch schlie\u00dfen, wenn eine Untersuchung verweigert wird, oder die Beibringung eines Gutachtens nicht fristgerecht erfolgt (\u00a7 11 Abs. 8 FeV). Gleiches gilt auch f\u00fcr die Nichtteilnahme eines Aufbauseminars (\u00a7 2a Abs. 3 i.V.m. \u00a7 2a Abs. 2 Satz 1 StVG). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Hinblick auf die beh\u00f6rdlichen Bedenken zur Fahreignung, darf zun\u00e4chst auf die Ausf\u00fchrungen zur Erteilung der Fahrerlaubnis verwiesen werden. Diese Ausf\u00fchrungen gelten entsprechend auch f\u00fcr den Entzug der Fahrerlaubnis (\u00a7 3 Abs. 1 Satz 2 StVG). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Besonders praxisrelevant sind insbesondere der Alkohol- und Bet\u00e4ubungsmittelkonsum. Diese werden jedoch gesondert unter den entsprechenden Buttons behandelt. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><u><b>C. Wiedererteilung der Fahrerlaubnis<\/b><\/u><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>1. Ausgangslage<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellt grunds\u00e4tzlich eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis dar, so dass die diesbez\u00fcglichen Vorschriften auch anzuwenden sind (\u00a7 20 Abs. 1 FeV). <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der tats\u00e4chlich entscheidende Unterschied ist jedoch, dass der Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde die Unterlagen vorliegend (soweit diese noch in den Akten befinden \u2013 etwa Tilgungsfristen nach \u00a7 29 StVG), aus denen sich der Umstand ergibt, warum die Fahrerlaubnis einmal entzogen wurde. Deshalb ist die Eignungs\u00fcberpr\u00fcfung hier eher der Regelfall. Sie m\u00fcssen von daher, je nach Entzugsursache, mit der Beibringung eines medizinisch- psychologischen Gutachtens oder eines fach\u00e4rztlichen Zeugnisses rechnen. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>2. erneute Fahrpr\u00fcfung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Neben der Beibringung etwaiger Gutachten droht zudem die erneute Fahrpr\u00fcfung. Die fr\u00fcher geltende Frist, dass nach Ablauf von 2 Jahren Fahrerlaubnisentzug die Fahrpr\u00fcfung erneut abzulegen ist, wurde zu Gunsten der Vorschrift des \u00a7 20 Abs. 2 FeV abgeschafft. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Gem. \u00a7 20 Abs. 2 FeV ordnet die Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde eine Fahrerlaubnispr\u00fcfung nunmehr an, wenn Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die nach \u00a7 16 Absatz 1 und \u00a7 17 Absatz 1 FeV erforderlichen Kenntnisse und F\u00e4higkeiten nicht mehr besitzt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_GoBack\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Durch die Abschaffung der starren Frist l\u00e4sst sich die Zeitdauer nicht mehr eindeutig festlegen. Bei einer fahrerlaubnislosen Zeit von unter zwei Jahren wird wohl entsprechend der fr\u00fcheren Regelung keine Fahrerlaubnispr\u00fcfung angeordnet werden k\u00f6nnen. Mit zunehmender Dauer schwinden jedoch aus Sicht der Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde die notwendigen Kenntnisse und F\u00e4higkeiten. In der Rechtsprechung wurde die Notwendigkeit zur einer Neupr\u00fcfung etwa in folgenden Einzelf\u00e4llen angenommen: 21 Jahren (BVerwG, Urt. v. 27.10.2011, Az.: 3 C 31\/10<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\">, <\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> 14 Jahren (OVG M\u00fcnster, Beschl. v. 04.01.2012.), 17 Jahren (BayVGH, Urt. v. 17.04.2012, Az.: 11 B 11.1873, 13 Jahren (S\u00e4chsOVG, Beschl. v. 26.07.2013, Az.: 3 D 9\/13, 13 Jahren (VG Bremen, Beschluss. v. 30.01.2012, Az.: 5 K 1036\/11), mehr als 7 Jahren (VG W\u00fcrzburg, Beschl. v.03.02.2011, Az.: W 6E 11.37).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Erstmals hat das Verwaltungsgericht Meiningen (Urteil vom 19.08.2014 Az.: 2 K 106\/14) eine deutlichere Aussage zu dieser Problematik getroffen und geht davon aus, dass bei einer fahrerlaubnislosen Zeit von zumindest 10 Jahren diese Tatsache alleine gen\u00fcgt, eine Fahrpr\u00fcfung anzuordnen. Entsprechend wurde ein Zeitraum von nur f\u00fcnf Jahren nicht als ausreichend erachtet. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mittlerweile haben viele Fahrerlaubnisbeh\u00f6rden f\u00fcr sich eigene Regelzeiten aufgestellt, die aktuell meist bei 10 Jahren liegt.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der zwischenzeitliche Erwerb einer EU Fahrerlaubniserlaubnis f\u00fchrt nach der Rechtsprechung des VGH M\u00fcnchen (Urteil vom 17.04.2012 Az.: 11 B 11.1873) zudem dazu, dass die Kenntnisse und F\u00e4higkeiten zum F\u00fchren von Kraftfahrzeugen in diesem Zeitraum angenommen werden m\u00fcssen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>3. Abstinenzzeit<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach Nr. 9.4 und Nr. 9.5 der Anlage 4 zur FeV ist zur Eignungsfeststellung bei einem Entzug wegen Alkoholanh\u00e4ngigkeit oder Bet\u00e4ubungsmittelabh\u00e4ngigkeit nach Entzug und Entw\u00f6hnung noch ein einj\u00e4hriger Abstinenznachweis zu erbringen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit dieser Vorschrift d\u00fcrfte jedoch nur die Abh\u00e4ngigkeit und nicht der ledigliche Missbrauch gemeint sein. Tats\u00e4chlich ordnen jedoch viele F\u00fchrerscheinbeh\u00f6rden die einj\u00e4hrige Abstinenzzeit auch beim blo\u00dfen Missbrauch an. In der Rechtsprechung ist dies durchaus umstritten (vgl. etwa OVG Bremen 1 B 206 \/ 03 vom 30.06.2003 -keine Abstinenzzeit- oder VGH Mannheim 10 S 1917 \/ 02 vom 30.09.2003 -f\u00fcr Abstinenzzeit-).<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A. Erteilung der Fahrerlaubnis 1. Gesetzliche Ausgangslage Wer ein Kraftfahrzeug auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen f\u00fchrt braucht eine Fahrerlaubnis der zust\u00e4ndigen Fahrerlaubnisbeh\u00f6rde. Diese ist durch eine amtliche Bescheinigung, dem F\u00fchrerschein, nachzuweisen (vgl. \u00a7 2 Abs. 1 StVG). Voraussetzung f\u00fcr die Erteilung der Fahrerlaubnis ist, dass auch eine Fahreignung besteht. 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